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Montag, 5. Januar 2004

Tage vergehen, Wochen, Monate. Und doch steht die Zeit still. Du bist hier neben mir und befindest dich doch auf der anderen Seite dieser Welt. Einer Welt, die dich verehrt und liebt, beneidet und jede deiner Gesten verfolgt.
Du hast die Welt erneut in deinen Bann geschlagen. Deine letzte Rolle als ehrenhafter Marineoffizier mit Herz war dir auf den Leib geschnitten. „Gladiator der Meere“, nannten dich die Medien. Ja, das bist du wohl!
Danielle an deiner Seite. Deine erste und einzige Liebe, für immer. Wie glücklich muss sich diese Frau schätzen. Ich will glauben, dass ihr bewusst ist, welch einmaliges Schicksal ihr hold gewesen ist. Oh, ja, sie weiß es, muss es wissen! Und nun hat sie dir ein Kind geboren. Einen Sohn! Deinen Sohn, diese Krönung in deinem Leben, nach der du dich so lange schon gesehnt hast. Ich frage mich oft, was in den vielen Jahren, die ihr euch schon kennt, so vorgefallen sein muss. Sie war so jung, als sie deine Geliebte wurde. Und dann war alles vorbei und jeder von euch ging seiner Wege. Du erobertest die Welt, nahmst die Frauen, die deinen Weg kreuzten bedenkenlos und der Ruf des Frauenheld verfolgt dich bis heute.
Plötzlich, nach so vielen Jahren, gescheiterten Beziehungen deinerseits, war sie wieder an deiner Seite. Stumm, ernst, selten lächelnd. Eine Begleiterin im Hintergrund. Es hat gedauert, bist du dich offiziell zu ihr bekannt hast. Warum? Wolltest du sie vor dem Gerede der Welt schützen? Oder wolltest du dich zu nichts verpflichten, über das du dir noch nicht sicher warst. Dann platzte die Bombe: Du liebst sie, du willst sie heiraten, eine Familie gründen. Das hast du getan und keine Zeit damit verloren.
Die Welt hat den Atem angehalten, sich gefreut, auch geweint, euch beneidet, gehofft, dass du das Richtige getan hast. Ich glaube daran. Sie kann dein Leben retten, auf das du bis jetzt so wenig Acht gegeben hast. Du meintest, sie sei die Sonne deines Lebens. Das denke ich auch. Sie ist nicht mehr ernst. Sie strahlt, sie lächelt. Und wie sie dich ansieht, das kann nur Liebe sein. Vergessen, verzeihen, dulden, ertragen, alles, alles, was du in den Jahren ohne sie getan hast und das sie schmerzen musste, da sie dich ja immer weiter liebte. Du behauptest das Gleiche von dir, aber du bist eben ein Mann mit all seinen Bedürfnissen und Ambitionen. Jäger und Sammler. Sie ist die Bewahrerin des Feuers, das nie zwischen euch erlosch. Dein kleiner Sohn kann stolz auf seine Eltern sein. Noch weiß er nichts, doch diese kleine „Krähe“ in deinem „Nest“, sie wird zu den glücklichsten Kindern der Welt gehören, nicht, weil du vermögend bist und jeden Wunsch des Kindes von seinen Augen ablesen wirst. Aber ich kenne wenige Väter, die sich so danach sehnten, ihren Kleinen endlich in die Arme schließen zu können.
Bitte, vergiss uns nicht im Glanze deiner Freude, deines Vaterglücks. Vergiss uns nicht gänzlich, denke daran, dass es da draußen Abertausende, vielleicht Millionen von Menschen gibt, die ebenfalls ein Lächeln deiner Augen ersehnen, einem Wort von deinen Lippen lauschen, sich an deinem Anblick erfreuen wollen. Vergiss es nicht! Beglücke uns mit deinem Talent, mit deiner Präsenz. Beflügle auch weiterhin unseren Geist und rege unsere Phantasie an. Der Preis ist gering und bedeutet uns alles. Mehr dürfen wir nicht verlangen, der Rest gehört dir und den Deinen!
Als du zum ersten Male vor mir standest, nicht auf der Leinwand, nicht auf Fotos oder Bildern, sondern leibhaftig vor mir und ich dich um deine Signatur bat, war ich wie vom Donner gerührt von deiner Ausstrahlung. Dabei hast du mich nicht einmal richtig angesehen. Doch was macht das schon. Ich habe dich genau betrachtet und deine Menschlichkeit, dieses Leben, das von dir ausging, es hat mich zutiefst berührt. Wie gerne wollte ich noch verweilen, doch du bist in mein Leben getreten wie die Explosion eines fernen Sternes. Ich habe mich an deine Spur geheftet, bin der leuchtenden Spur deiner selbst gefolgt, habe mich festgehalten und den Moment erlebt, den ich mir als Ziel gesetzt hatte. Jemand sagte mir, man würde süchtig werden, wenn man dich einmal wirklich getroffen hat. Das ist sicher richtig! Es gibt ein neues Ziel. Endlich ein Konzert von Dir mitzuerleben. Vielleicht dauert es noch Jahre. Aber ich habe Geduld erlernt in all den Jahren, in denen du die Nacht meines ganz persönlichen Himmels erhelltest. Ich bin bereit, ich warte, und dann werde ich da sein...

    HAPPY NEW YEAR, RUSSELL!