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Gedanken eines Kämpfers

 

Sein leerer Blick heftete auf den Boden, seine grünblauen Augen waren halbgeschlossen. Alles ist vorbei, ich hätte es ahnen sollen.... ich hätte es schon längst ahnen sollen.

Die schweren Handschellen an seinen Handgelenken fühlten sich kühl auf seiner braunen Haut an. Wie er da hang, wie einst Jesus am Kreuz. Draußen tobte das Volk, sie wollten ihn sehen, nur ihn. Ihren Helden! Ihren Kämpfer! Den besten Gladiator aller Zeiten! Wehmutig schloss er seine Augen und versuchte, seine Schmerzen zu vergessen. Wenigstens für nur einen Moment. Gleich würde ja alles vorbei sein. Er hoffte es jedenfalls.

Er sah nicht zu Gracchus und Juba, die einige Meter neben ihm mit anderen Gladiatoren in einer Zelle saßen. Nein, er wollte ihnen nicht in die Augen sehen. Er schämte sich auf eine gewissen Weise. Es ist alles meine Schuld, was habe ich nur getan? Ich will nur noch sterben. Er soll es endlich beenden!

Er merkte Jubas Blick. Er atmete tief ein und aus und sah dann, wenn auch ungewollt, zu Juba hinüber. Juba sah ihn mit einen mitleidigen Blick an. Dein Blick ist so leer und voller Schmerz, mein Bruder. Ich würde dir so gerne beistehen, in dieser schweren Stunde dachte Juba. Und es schien, dass der einstige General verstand, was Juba mit seinen Augen sagte. Er seufzte leise und sah wieder weg. Alle, die ich je geliebt habe, sind tot. Wegen mir. Alles wegen mir. Und ich habe nur an Rache gedacht. Ich will nicht mehr...

Seine Arme schmerzten, genau wie die blauen Flecke und Wunden, die sein Erzfeind ihm zugefügt hat. Commodus, du hast gesiegt. Das war es doch, was du wolltest. Du hast es geschafft, mich vollkommen zu entkräften. Töte mich einfach, und dann ist es vorbei. Dann habe ich es hinter mir. Dann sind die Schmerzen vorbei, und die Sehnsucht ebenfalls...

Er dachte an seinen Sohn. Seinen kleinen, verspielten Sohn. Und an seine Frau, die immer auf ihn wartete. Und jetzt wartete sie auch. Ich will nur noch zu ihr und zu meinen Sohn. Das Leben gibt mir nichts, der Tod schon. Er gibt mir meine Familie zurück. Ich will endlich wieder bei ihnen sein, sie halten, und nie wieder loslassen. Aber Commodus weiß das nur zu gut, er wird sein dreckiges Spiel weiter spielen und mich weiter leiden lassen....

Wieder schloss er seine Augen, um seine Familie noch einmal vor Augen zu sehen. Eine Wut stieg in ihm auf. Ein ungeheurer Hass entflammte erneut in ihm. Die Trauer wandelte sich um in Stärke.

Er hörte schwere Schritte. Alles spielte sich in Zeitlupe ab, schien es ihm. Er sah ihn kommen, den Menschen, der seine Familie tötete und ihm somit das Leben raubte. Das Grinsen seines Feindes... wiederwertig und ekelhaft. Aber auch siegessicher.

Maximus Decemus Meridas hob seinen Kopf und sah seinem Gegner mit einem wütenden und hasserfüllten Blick entgegen. Ja, komm nur. Ich werde mich nicht einfach von dir töten lassen. Ich werde kämpfen und all die Menschen rächen, die du mir genommen hast. Ich werde nicht eher ruhen, bevor ich deinen toten Körper vor mir sehe. Du wirst in deinem eigenen Blut ertrinken, dass schwöre ich dir. Du hast es nicht verdient, weiter zu leben. Selbst Rom leidet unter dir. Und du lächelst nur... ja, lächle ruhig weiter. Es wird dir nur noch früh genug vergehen, glaub mir. Ich werde dich töten... ich tu es für meine Familie, meine Feunde,  für Rom und deinen Vater. Und danach werde ich diese grausame Welt verlassen, das weiß ich,... und ich kann es kaum erwarten.

 

Maximus Decemus Meridas starb in der Arena, nach dem er seinen Erzfeind Commodus nach einem langen, schweren Kampf getötet hatte. Er ist ein unsterblicher Held, der Rom befreite und den Menschen somit ihr Leben zurückgab. Mögen er und seine Familie endlich wieder vereint sein...

 

Maximus'Lady

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